«Es ist ein trüber Tag und draussen regnet es.»  So startet das Bilderbuch «Erklär uns die Kunst!». Darin ist es den Kindern Philip, Katharina und Stefanie langweilig.

Dann erscheint das kleine Männchen Paul van Pinsel und bringt den Kindern Ideen zum Gestalten und um kreativ tätig sein. Der Nachmittag ist gerettet! Zumindest im Bilderbuch.

Im Unterricht diente die Geschichte als Einstieg in unser Kunstprojekt. Da Kunst vielfältig ist, präsentierten die Lehrpersonen vom Schulhaus Zentrum sehr unterschiedliche Atelierideen. Im Anschluss hatten die Kinder die Qual der Wahl aus dem bunten Angebot ihre Prioritäten zu setzen. Dann wurde an vier Nachmittagen in klassendurchmischten Gruppen geschnitten, geklebt, gemalt, verziert, gefal-tet, kopiert und produziert. Es entstanden farbenfrohe Kunstwerke auf Steinen, Collagen angelehnt an Henry Matisse, optische Täuschungen, Bilder zum Expressionismus und Kunst wurde aufgeräumt (nach Ursus Wehrli).

Die fertigen Werke bestätigten jedem Kind die Botschaft von Paul van Pinsel aus dem Bilderbuch, nämlich «Jedes Kind ist ein Künstler!».

Kunst vermittelt Freude. Diese will geteilt werden. So freuten wir uns, dass wir zu zwei Ausstellungen Eltern und Bekannte einladen durften. Professionellen Künstlern dienen Ausstellungen bekanntlich auch als Plattform um Werke zu verkaufen. Es entstand bei uns die Idee, die Kunst der Kinder ebenfalls zu verkaufen. Und es war sofort klar, was mit den Einnahmen geschehen sollte: Wir spenden sie der Stiftung Aruna! 

Im Verlauf des Schuljahrs wurde uns im Lehrpersonenteam während Gesprächen mehrfach bewusst, dass wir in einem sehr privilegierten Teil der Welt leben. Darum ist es uns wichtig, auch an Menschen und insbesondere Kinder zu denken, denen es nicht so gut geht wie uns.

Unsere Lehrerkollegin Catharina Agustoni besucht seit 20 Jahren Südindien und unterstützt dort die gemeinnützige Stiftung Aruna. Sie hat auch vor Ort mehrere Jahre in Projekten der Stiftung mitgearbeitet.

Ziel der Stiftung und der indischen Partnerorganisation ist Hilfe zur Selbsthilfe. 70% der Bevölkerung dieser ländlichen Gegend leben von weniger als CHF 2.50 pro Tag.

Bildung ist unsere Zukunft. In Indien sind knapp ein Drittel aller Menschen 15 Jahre alt oder jünger. Der Schwerpunkt der Stiftung konzentriert sich denn auch auf die Schule und Ausbildung.

In einer indischen Primarschule bekommen Kinder aus bedürftigen Familien die Chance einer guten Schulbildung. Das ist die unabdingbare Voraussetzung für das Erlernen eines qualifizierten Berufes. Wir alle wissen: Nur durch Bildung kann der Teufelskreis aus Armut und Unwissenheit durchbrochen werden.

Es macht uns glücklich, dass wir der Stiftung Aruna den stolzen Betrag von CHF 1283.- überreichen durften. Wir danken allen Eltern, Grosseltern und Kindern, dass sie so grosszügig spendeten.

So helfen Kinder Kindern! Ganz nach unserem diesjährigen Schuljahresmotto «Midänand und fyränand».